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STRING - World Politics for Individuals





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Wolfgang Behr
The "Anti-*itler"



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Renaissance der antiken jüdischen Innovation

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Die europäische Renaissance hat die Moderne in hohem Maße geprägt, indem sie große politische und kulturelle Innovationen der antiken Griechen und Römer wie z.B. Demokratie, Wirtschaft, Philosophie, Wissenschaft, Theorie, Kunst, römisches Recht, römische Verwaltung oder republikanische Politik in unserem Zeitalter wiederaufleben ließ (bzw. aus der mittelalterlichen Verbindung mit der katholischen Kirche heraustrennte). Aber eine Renaissance wartet immer noch darauf, stattzufinden - die Renaissance des Judaismus.
Das Konzept des biblischen Gottes, der nicht darstellbar ist, der ausserhalb der Welt existiert - ja diese aus dem "Nichts" geschaffen hat, der zu den Menschen spricht und der in einem Buch existiert, ist diese unglaubliche jüdische Innovation, die vor etwa 2500 Jahren geschah. Dieses Konzept erweckt bis heute durch seine geistige und spirituelle Abstraktheit einen einzigartigen Eindruck. Gott ist das hervorragende Modell für individuelle Persönlichkeit, die auf dem Geist basiert.

Die antike jüdische Innovation hat einen spirituellen Standard gesetzt, den die heutige Weltanschauung mit all ihrem Rationalismus, Naturalismus und Systemdenken noch nicht wieder erreicht hat. So lange unsere Zivilisation eine Frau oder einen Mann primär nach ihren oder seinen materiellen, sozialen oder bürokratischen Bedingungen behandelt, solange greift unsere Sicht der Dinge, unsere Sicht der "conditio humana" auf fatale Weise zu kurz. Denn unser (wissenschaftlicher) Geist bringt uns dazu, alle kollektiven Entitäten von der Natur bis zur Gesellschaft zu zerstören. Nicht, dass wir das absichtlich tun, aber verhindern können wir es nur, wenn uns gelingt, als individuelle Geister jegliche Art(!) kollektiver Macht unter Kontrolle zu bringen - innerhalb und außerhalb von uns selbst.

Der Judaismus geht auf die Entdeckung zurück, dass Sprache und Schrift als aktive Teilhabe am Geist das für uns Menschen entscheidende Schicksal ist. Es war vielleicht kein Zufall, dass das erste und einzige Mal, als jemand ein Alphabet erfunden hat, es durch dieselben semitischen Leute (oder durch nahe Verwandte) geschah, die innerhalb der nächsten tausend Jahre den extramundanen (ausserweltlichen) Gott entdeckt oder konzipiert haben und die Bibel geschrieben haben. (Natürlich profitierten sie von der großen Tradition der ägyptischen Schriftkultur.)
Die Menschheit muss dem Schicksal, den Geist zu haben, gerecht werden. Die Resultate der modernen Wissenschaft und Technologie beweisen das durch die ihnen innewohnenden Bedrohungen des menschlichen Lebens. Aber die Menschheit kann diesem Schicksal nur auf der Ebene der individuellen Persönlichkeit gerecht werden, weil alle kollektiven Einheiten von der Familie bis zum Nationalstaat zu ideologisch, d.h. zu geistig eingeschränkt auf ihren Bestand bezogen sind und dadurch hinter einer adäquaten Behandlung der Tatsache der uns zugänglichen geistigen Freiheit zurückbleiben.

Es gibt zwei Gründe für die Verspätung einer Renaissance der antiken judaistischen Innovation in der Moderne. Der eine Grund ist das Christentum, dessen grosse, alte Synthese von jüdischen, hellenistischen und römischen Elementen so lange einen verhindernden Einfluss hat, so lange die Neuzeit solch eine grosse Synthese nicht nach ihren eigenen Maßstäben verwirklichen kann.
Der andere Grund ist die eindeutige, schicksalhafte Bindung der jüdischen Innovation an das jüdische Volk. (Diese Bindung ist schicksalhaft, weil Schicksal, genauer Sprache als Schicksal - "der Bund mit Gott" - ihr zentrales Thema ist!) Die Innovation, an einen extramundanen Gott zu glauben und die Sprache (Schrift) über alles zu stellen, geschah in der Antike. Und die Juden (die sich zum Judentum bekennenden Personen) behielten ihre Existenz nicht zuletzt aufgrund ihres grossartigen Geistes durch all die Jahrhunderte bis heute.
Nun, in der Antike, als die Juden gegen Babylonier, Perser, Griechen und Römer für ihre Freiheit und Autonomie kämpften, war 'Ein-Volk-sein' tatsächlich eine individuelle Position - aber das ist nicht mehr der Fall in der Moderne, in der der Individualismus seinen Durchbruch erlebt hat.
Judaismus und Moderne passen bis jetzt nicht zusammen. Der Judaismus hat einerseits eine adäquate Umgang mit dem spezifischen geistigen menschlichen Schicksal gefunden, ist aber andererseits noch kollektivistisch.
Die Moderne, im Gegenzug, basiert auf dem allgemeinen Begriff des Menschen und ist deshalb aus Prinzip individuell. Aber wegen der Dominanz der intersubjektiven Rationalitäten (Wissenschaft) und Verfahren (Technologie, Bürokratie, Ökonomie) hat die Moderne noch keine angemessene Einstellung gefunden gegenüber der Tatsache des Geistes als menschlichem Schicksal (und gegenüber der Tatsache des Schicksals überhaupt). Sogar die modernen Künstler können diese Einstellung trotz all ihrer Individualität nicht finden, weil sie eine Elite sind - wieder eine kollektivistische Kategorie.
Aus dem gleichen Grund kann auch der moderne Nationalismus, der zuerst von alttestamentarischen Puritanern in Holland, in England während der "Glorious Revolution" und durch die Pilgerväter in Amerika geschaffen wurde, bevor er nach Frankreich kam, nicht als Renaissance des antiken Judentums gelten, obwohl er direkt von dem antiken Mythos des israelitischen Volkes herrührt, welches als Sklaven Ägypten verließ, um die Freiheit zu erlangen, und dann in das ihm verheißene eigene "nationale" Land zog.

Die Neuzeit konnte trotz der Bedeutung des individuellen Geistes die Macht des Kollektiven noch nicht bändigen.

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Es gibt eine Stelle, in der der Judaismus die Individualität präfiguriert - in der Figur des Messias. Was - jedoch - könnte der Messias für die Moderne bedeuten? Offensichtlich können wir, die modernen Menschen, einen Messias nicht mehr als "another hero" annehmen (man denke an Monty Python's "Life of Brian"). Aber der Messias als Paradigma eines freien, individuellen, persönlichen Lebens, das geistige Freiheit und allgemeine Verantwortung miteinschließt, ist höchst relevant. Dieses Paradigma kann der modernen einzelnen Frau oder dem modernen einzelnen Mann jene Grösse und die innere individuelle Unabhängigkeit geben, die sie brauchen, aber vorläufig noch in modernen Produkten, in der Identifikation mit Stars, mit Kollektiven oder alten Religionen suchen. Der Messias, besser das Messias-Sein ist die Koinzidenz des (jüdischen) Gottes und der normalen Frau oder des normalen Mannes, ohne irgendeine Relativierung einer der beiden Seiten. Und Messias ist ein Konzept, das sich sowohl mit der griechischen Aufklärung des Sokrates, mit seiner paradigmatischen "schicksalhaften Individualität" (Seth Bernadette) trifft als auch mit der individuellen Basis des römischen Rechts.

Noch einmal, alles, worüber wir hier reden, kann nur innerhalb einer strikten modernen Individualität geschehen, die geschichtlich gesehen in der individuelle Seele des Christentum einen großen Wegbereiter hatte! Jeder "Fortschritt" bleibt an die moderne, funktional ausdifferenzierte Gesellschaftlichkeit gebunden!

Heute, 17 Jahre nach dem Ende der Ideologie der "theoretischen Vorherrschaft des Geldes" (=real existierender Marxismus/Sozialismus) und nach einem politischen Interregnum, welches mehr schlecht als recht von der Gewinner-Ideologie der "praktischen Vorherrschaft des Geldes" (=real existierender Kapitalismus) dominiert wurde, welche beides rationalistische Ideologien mit Ursprüngen im 18. und 19. Jhr. sind, sollten wir endlich an das Ende aller Ideologien kommen. Geld, welches eben nur ein Medium ist, kann Gott als zivilisatorischen Anker definitiv nicht ersetzen. Wir sprechen hier nicht über einen religiösen Gott oder über den Gott, der von einer Elite von Klerikern gemanagt wird. Wir sprechen über den biblischen Gott, über den jüdischen Gott, was soviel bedeutet wie geistig, moralisch und materiell freie, normale Leute, die in einer freien Welt zusammenleben, weil sie ihre Freiheit nicht missbrauchen. Die Verantwortung oder Verpflichtung des Menschen gegenüber Gott ist nur der Spiegel, besser das Surrogat für eine potentielle, eigene, "real existierende" Unabhängigkeit und die der Mitmenschen. Denn "real existierende" Unabhängigkeit (oder Freiheit) existiert nur in Verbindung mit umfassender Verantwortung.
Kein Bild des gütigen oder zornigen Gottes oder seines Gegenteils, des bösen Satans, erreicht die Realität dessen, was Menschen für andere Menschen sein können und waren und sind. Der Messianismus ist die Idee, dass dieses absolute Geschehen des Geistes, das uns Menschen zu den aus der Natur Herausgefallenen macht, nicht mehr zwischen Menschen ausgetragen wird, sondern in den einzelnen Menschen wandert und stattfindet. (siehe auch Rabinkow)

Es ist die besondere und schicksalshafte Aufgabe von jedem von uns, diese letzte Renaissance, die Renaissance des antiken Judentums in der Neuzeit zu verwirklichen, indem sie oder er einen eigenen persönlichen Geist, einen eigenen Gebrauch von Sprache und eine eigene Ethik ausarbeitet.
Das können keine Eliten für uns erledigen! Aber es liegt in deren elitärer Verantwortung, den Kurs der Weltzivilisation in diese Richtung zu lenken.
Warum sollten sie das tun? Weil die Weltgesellschaft ein neues Paradigma benötigt, um endlich einen wirklichen Beginn zu haben. Und wer sonst kann uns dieses Paradigma geben als die Juden, die vor mehr als 2500 Jahren die große Vision einer freien und friedlichen Menschheit entwickelt haben und sie durch alle Zeiten seit damals nie mehr aufgegeben haben - aber zu welchen Kosten. Auf diese hätten sie sicher gerne verzichtet!

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Ich verlange eine Menge von den jüdischen Gläubigen - ich verlange von ihnen die Dekonstruktion oder Verallgemeinerung ihres Glaubensbekenntnisses. Aber nach Auschwitz gibt es dazu keine Alternative mehr. Das, was das Judentum im Kern ausmacht, muß endlich menschliches Allgemeingut werden, anstatt den Antisemitismus am Leben zu erhalten. Wir, die wir eine "Hochtechnologie-Art" sind - wohlgemerkt durch den Gebrauch von Sprache und Zeichensystemen, d.h. von Geist -, brauchen die jüdische Innovation dringend um zu überleben und uns selbst zur Ehre zu werden! Der Geist, jedes Menschen Geist, das heisst Gott bestimmt und liebt den Körper, eines jeden eigenen Körper, jedes menschliche Wesen. Die Größe und die Macht der menschlichen Sprache wird einzig durch (den Begriff) "Gott" zum Ausdruck gebracht. Vor Gott sind wir alle gleich und jeder Mensch ist der Sprache mächtig! Solange wir nicht darauf unser Leben und Zusammenleben gründen, werden wir nicht aufhören, auf unseren Narzismen zu bestehen, werden wir nicht aufhören, Freiheit mit Willkür zu verwechseln - bis zum bitteren Ende! Der Mensch oder die Menschheit kann nur Frau/Herr seines Schicksals werden, wenn er auf dem Höhepunkt ihrer/seiner Macht lernt, die Stimme der Vorsehung zu verstehen.

Wollte man, wie schon angedeutet, bei den Griechen ein Äquivalent zur antiken jüdischen Innovation suchen, so beschränkt sich die mögliche Wahl wohl einzig auf Sokrates. Nur er hatte sich ähnlich kompromißlos dem Geist - besser, dem Schicksal, Geist zu haben, anheimgestellt und ihn dadurch unmittelbar, d.h. im Modus des Individuellen und Persönlichen zum Leben erweckt, wie es den Anhängern des Judentums, angespornt von ihren Propheten, widerfuhr. So gesehen kann man Sokrates als den "Juden der Griechen" (Dr. Peter M. Steiner) bezeichnen.

Oder diese Parallele etwas anders bei Domenico Losurdo mit Nietzsche: "In meinem Buch unterscheide ich vom Antisemitismus im eigentlichen Sinn, der auf die Rasse Bezug nimmt, die "Judenfeindschaft", die auf historisch-kulturelle Argumentationen rekurriert. Beim frühen Nietzsche, beim Nietzsche vor der "aufgeklärten" Periode, spielt die Judenfeindschaft eine zentrale Rolle: die Verurteilung des "Sokratismus" ist in Wahrheit die Verurteilung des Judentums. Um sich darüber klar zu werden, genügt es, die Originalfassung des in Basel am 1. Februar 1870 gehaltenen Vortrags (Sokrates und die Tragödie) zu lesen, der so schließt: "Dieser Sokratismus ist die jüdische Presse: ich sage kein Wort mehr" (KGA, 14, 101)." (aus einem Interview vom 20.09.2009 im online-Magazin telepolis. Siehe dazu auch Domenico Losurdo: "Nietzsche, der aristokratische Rebell: Intellektuelle Biographie und kritische Bilanz", Argument Verlag, 1. Aufl., Hamburg Juni 2009)

2000-2011







nur zum Spaß





Haftungsausschluss/
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1997 - 2011

Initiation

'Missing link' zwischen Moderne und der Kontinuität des Lebens

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Initiation als Begriff wurde zuerst von einem französischen Mönch im achtzehnten Jahrhundert verwendet. Er beschrieb damit bestimmte Rituale, die er bei sogenannten 'traditionellen Kulturen' beobachtet hat. Der Zweck dieser Rituale betraf meistens den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein. Allgemeiner gesagt ist Initiation das Ritual zur Aufnahme in viele verschiedene Formen von Gruppen. Tod, genauer gesagt das Akzeptieren des Todes ('zweiter Tod') ist sehr oft ein entscheidender Bestandteil der Initiation. Mehr Informationen können Sie in "Das Mysterium der Wiedergeburt. Versuch über einige Initiationstypen" von Mircea Eliade finden.

Wir blicken heute Milliarden von Jahren in die Geschichte des Universums zurück. Was also war der Beginn des Menschseins? Was hat Frau und Mann aus dem Paradies geworfen? Das erste Werkzeug? Nein, auch die Tiere benutzen Werkzeuge! Die Sprache? Ja, weil die Sprache neu ist auf der Erde und jenseits der Natur - jenseits des Unmittelbaren, welches der bessere Begriff ist. Sprache lebt zwischen den Lauten oder Zeichen und nicht in diesen, deshalb ist sie das Gegenteil des Unmittelbaren. (Denken Sie an "eins" und "one", welches beides dasselbe bedeutet.)
Wann begannen unsere Vorfahren zu sprechen? Die meisten Fachleute vermuten, dass dieses grosse menschliche Ereignis vor mehr als fünfzigtausend Jahren geschah. Seit damals lebt die Menschheit innerhalb von zwei Welten - der unmittelbaren Kontinuität des Lebens und und der Welt des Geistes, welche man weder sehen noch fühlen kann (obwohl man Sprache fühlen kann und Gefühle durch Sprache ausdrücken kann, aber beides ist nicht der Geist). Jeder ist jeden Tag eine Brücke zwischen diesen beiden Welten, wenn er Sprache gebraucht.

In unvorstellbar langen Zeitaltern der Existenz der Menschheit geschah die kulturelle Evolution sehr langsam. Selbst als die Sesshaftigkeit begann - ungefähr vor zehntausend Jahren, änderten sich die Dinge sehr langsam. Selbst als in der Antike Maßeinheit, Schrift, Notation und Geld erfunden waren, änderten sich die Dinge sehr langsam - aber sie änderten sich!
Die Modernität begann, als die Veränderung schneller wurde und die Rolle, die der Geist im menschlichen Lebens spielt, bedeutender wurde. Das geschah in der Neuzeit - der Periode, in der wir immer noch leben.

Heute dominiert der Gebrauch des Geistes unser Leben und macht es künstlich. Die Koexistenz der unmittelbaren Kontinuität des Lebens und der modernen Fähigkeiten des Geistes ist immer noch gefährlich und vielleicht tödlich. Denn was jeder von uns tun will, ist in hohem Maße bestimmt durch seine evolutionäre Erbschaft, als das Leben selbst für die ersten Zellen aus viel Kampf und Überleben bestand. Die Mittel jedoch, die der Mensch heute zum Erreichen seiner Ziele nutzen kann, sind Resultate der grossen Errungenschaften des Geistes. Beide Aspekte haben noch kein stabiles Verhältnis gefunden. Die Furcht vor neuen Technologien ist ein klares Indiz dafür.

Die Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs, den das Abenteuer des Geistes für die Menschheit nehmen könnte, bringt die Initiation ins Spiel. Moderne Initiation ist zuerst die analytische Erkenntnis, dass Geist - der Gebrauch von Sprache, Schrift und Notation - absolut indifferent gegenüber eines jeden biologischen Lebens ist und dieses an Dauer bei weitem übertrifft. Zum zweiten ist moderne Initiation die vitale persönliche Erfahrung dieser spezifischen Form des Todes oder der Todesdrohung, welcher in jedem von uns in Form unserer aktiven Teilhabe am Geist existiert - als Resultat unserer Fähigkeit zu sprechen.
Die Definition der Initiation ist die reale Erfahrung des Todes ohne wirklich zu sterben. Nur durch die moderne Initiation kann die Frau oder der Mann eine dauerhafte Beziehung zwischen Geist und Leben etablieren, weil der Geist durch diese Erfahrung in all seinen Konsequenzen erkannt und angenommen wird.

Weitere Details der modernen Initiation sind ihre Abhängigkeit von einem freien Geist, von der Individualität und vom Erwachsensein. Nur ein freier Geist ist in der Lage, seine eigene Qualität jenseits der Zeit und ausserhalb der unmittelbaren Welt zu verstehen. Und nur ein freier Geist kann sein Verhältnis zum biologischen Leben definieren. Individualität ist 'conditio sine qua non', um dem eigenen Tod zu begegnen. Wohingegen Erwachsensein notwendig ist, um dieses Zusammentreffen mit dem eigenen Tod - die Initiation - zu einem positiven Ende zu bringen, das die individuelle Persönlichkeit etabliert und bereichert. Alle anderen Aspekte der modernen Initiation wie das Ausmaß, die Häufigkeit und die dramatische Form der Krise und Erneuerung, wie die subjektiven Gefühle, das richtige Alter, die Gefahr des Scheiterns und so weiter müssen den unzähligen einzelnen Lebenswegen überlassen werden.

Vielleicht erscheint die Behandlung der Geschichte in diesem Artikel zu kursorisch angesichts der enormen Fülle der Tatsachen und der Handlungen von Milliarden von Menschen durch alle Epochen vergangener Zeiten hindurch. Tatsächlich ist das Hauptaugenmerk dieses Artikels auf das grosse menschliche Leben gerichtet, welches der modernen Initiation folgt. Durch diese Initiation kann jede Person der wirkliche Hauptdarsteller seines Lebens sein, welcher zugleich grossen Respekt vor seinen Mitmenschen hat. Das Erreichen guter Lebensbedingungen für jedermann kommt in Reichweite, wenn die Menschen weder so sehr abhängig sind von kollektivistischen Ideologien und Strukturen noch so sehr von materialistischen und egoistischen Werten. Und Politiker bekommen bessere Instruktionen von Wählern, die individuelle Persönlichkeiten sind.

Je komplexer die Lebensbedingungen sind, desto mehr müssen sich die Menschen selbst führen auf der Basis eines freien aber kompatiblen Geistes. Das ist eine der Haupterkenntnisse der Philosophie - die Erkenntnis des Sokrates!
Moderne Initiation - wenn Sie wollen, eine Art "reset" oder "Neustart" der erwachsenen Persönlichkeit - ist der Weg, um real existierende Autonomie zu erreichen. Aber sie ist nur der zweite Schritt. Der erste Schritt ist die Einführung der Institution der politischen Individualität, wie im STRING-Projekt vorgeschlagen.




Jenseits die 'Globalisierung' durch
neue politische Institutionen

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Der Zweck dieser Web-Site ist Politik - aber nicht in theoretischer oder kritischer Hinsicht. Jenseits die 'Globalisierung' meint nicht zuletzt auch jenseits die Theorie. Was sie hier sehen können, ist ein paradigmatischer und maßstabsetzender Beitrag des Denkens und Schreibens, welcher einen partikularistischen Universalismus in der Politik verkörpern will. (Partikularistischer Universalismus ist der nächste Schritt nach dem Postmodernismus.)
Ohne das existierende politische System der demokratischen Gesellschaften (oder den abendländischen Rationalismus) zu verlassen verweist STRING durch seine individuelle Existenz und seine Programmatik auf die Notwendigkeit, dass die Mitglieder dieser Gesellschaften - dass alle (!) Menschen individuelle menschliche Persönlichkeiten sein sollen. Immer noch ein Desideratum (ein Wunsch) selbst in der "ersten" Welt, ist dies ein wesentliches Element des großen Ziels einer freien und stabilen Weltgesellschaft der Menschheit.
Zwei neue Institutionen, die miteinander verbunden sind, sollen diesen notwendigen Schritt für unsere menschliche Zukunft manifestieren und etablieren.
1. Der Status der politischen Unabhängigkeit für das Individuum, welchen ich für mich selbst beanspruche, führt die einzelne Person als politische Basisinstitution ein. Er reduziert den demokratischen Rechtsstaates, aber auch die Wirtschaft auf die Dienstleistung für die beschränkten kollektiven Bedürfnisse des modernen Lebens.
2. Ein globales politisches, jedoch nicht-bürokratisches Weltereignis stellt die Menschheit als politisches Ganzes in den Mittelpunkt. Es hat eine definierte Priorität vor allen anderen kollektiven Institutionen, indem es die Weltgesellschaft der Menschen repräsentiert. Seine institutionelle Aufgabe ist die Inauguration (Einführung) der Institution der individuellen politischen Unabhängigkeit. Dies ist sein wesentlicher dauerhafter Effekt.
Beide Institutionen können als eine Art Weltverfassung verstanden werden, die den Flickenteppich der Nationalstaaten und der globalen Institutionen auf der Erde ergänzt und die diesen Staaten keine Alternative zum Aufbau von freien und zivilen Gesellschaften gibt.
Genau dafür muss Politik heute kämpfen, um die politische Initiative von der wirtschaftlichen Globalisierung zurückzugewinnen und dies ist zugleich eine Definition von STRING - der politischen Innovation für unser Zeitalter.



Wolfgang Behr


Gründer und Lehrer von STRING




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2005-2011

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Englische Texte:




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STRING als Grundlegung demokratischer Weltpolitik

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Die Knappheit (oder sogar das Fehlen) der Mittel des Lebensunterhaltes ist immer noch bestimmend für die große Mehrheit der Menschen auf der Erde. Die gegenwärtigen Diskussionen über die Globalisierung, über Laissez-faire Kapitalismus und das Ausmaß von Regulierungen jedenfalls nehmen das Argument der Knappheit und der Notwendigkeit der (Erwerbs-)Arbeit als gegeben hin.
Offensichtlich können wir der Knappheit auf der Ebene des persönlichen Schicksals und Lebens nicht entkommen. Es ist z.B. nicht möglich, unendliches Leben oder alle Güter der Welt zu haben. Aber die Knappheit als bedrohliches kollektives oder soziales Problem sollte wirklich überwunden sein - was schon mit den technologischen Mitteln von heute möglich ist und erst recht durch die weitere Entwicklung unserer zivilisatorischen Potentiale! Aber ein Blick auf unsere Welt scheint dies als ein unmögliches Ziel zu erweisen. Was ist der Grund?
Die heutigen weltpolitischen oder weltwirtschaftlichen Diskussionen sind - anstatt einen intelligenten Fortschritt zu leiten - immer noch geprägt von einem hierarchischen, disziplinorientierten, "surviving-of-the-fitest" Machtdenken. Diese Tatsache wird eben gerade versteckt durch die Idee des Marktes als natürliche und unvermeidliche Weltordnung - eine Idee, das am Ende nicht weniger kollektivistisch ist als der Sozialismus und die in keiner Weise die wachsende Selbständigkeit der Ökonomie als eine der herausragenden modernen Institutionen unterstützt.
Man kann dieses altmodische Denken auf allen Seiten finden, bei fast allen Eliten und Lobbyisten, bei den meisten Leuten, den meisten Kulturen und, nicht zu vergessen, bei vielen Theoretikern! Was fehlt, ist der Glaube an die Fähigkeit des Individuums, wirkliche Freiheit zu haben.

Der Ursprung von STRING ist die Überzeugung, dass die Weltgemeinschaft der Menschen eine neue politische Ordnung braucht, die sich nicht direkt aus den Strukturen und Traditionen der existierenden Gesellschaften (auch nicht derjenigen, die wir als parlamentarisch-demokratische Staaten kennen) herleiten lässt. Zu diesem Zweck schlägt STRING die Verbindung des einzelnen Individuums mit der ganzen Weltgesellschaft durch eine politische Innovation vor, durch ein globales Weltereignis, welches die Menschheit als Ganzes in den Blick nimmt und welches Vorrang vor allen anderen kollektiven Entitäten hat. Dieses Weltereignis ist als eine neue Form der Institution konzipiert, deren entscheidende Eigenschaften die zeitliche Begrenztheit und der Verzicht auf Bürokratie sind. Diese Menschheits-Institution will ihre Revolution gegen die mächtigen traditionellen Kollektive durchsetzen, indem sie einen Status politischer Unabhängigkeit für das Individuum etabliert, den jeder einzelne Mensch für sich beanspruchen kann. Nur durch diesen neuen Status individueller Unabhängigkeit erhält das Weltereignis eine indirekte, nichtorganisierte Fortdauer.
Der institutionelle "Doppelschlag", Weltereignis und individueller Status ersetzt alle Initiativen für eine zukünftige Weltordnung, die noch auf der Macht existierender Kollektive (d.h. Macht durch militärische, wirtschaftliche, rechtliche oder geistig-spirituelle Dominanz) beruht.

STRING ist aus dem Glauben heraus entstanden, dass die Zukunft der Menschheit von dieser Revolution abhängt, weil das Prinzip der Kollektivität als Selbstzweck - kombiniert mit moderner Technologie und Organisation - ein Sicherheitsrisiko geworden ist. Deshalb ist der radikale und historische Paradigmenwechsel (Prioritätswechsel) vom Kollektiv zum Individuum unausweichlich. Dieser Wechsel sollte nicht mit der Abschaffung aller institutionellen und kulturellen Formen und Strukturen verwechselt werden. Alle gemeinsamen Interessen der Menschen müssen durch die existierenden und durch neue demokratische Staaten, die auf dem Rechtsstaatsprinzip begründet sind, wahrgenommen werden. Ebenso kann niemand ernsthaft an das Ende der lokalen kulturellen Identifikationen und Traditionen denken! (Ich selbst bin Bürger von München, der Stadt, die auf der ganzen Welt wegen ihres "Oktoberfestes" berühmt ist.) Die maßgebliche Unterscheidung zwischen neuen und alten Kollektivformen wird sein, ob diese kollektiven Entitäten oder Glaubensbekenntnisse noch Formen und Zwecke haben, die mehr oder weniger unabhängig von der Mehrheit ihrer Mitglieder - den Individuen - sind oder ob sie stattdessen deren Helfer sind.

STRING will die Menschen auf der ganzen Welt davon überzeugen, diesen politischen Status individueller Unabhängigkeit auszufüllen - nicht zuletzt durch eine neue, initiatorische Art erwachsen zu sein (was eine erneute Beschäftigung mit der kulturellen Bedeutung des Todes beinhaltet). Der innovative Fortschritt technologischer und wirtschaftlicher Mittel, der die Modernität charakterisiert, ist noch nicht zu Ende und wird neben vielem anderen dabei helfen, lokale materielle Unabhängigkeit in vielen verschiedenen Formen zu ermöglichen. Wenn er uns allen, weltweit, zugute kommt, dann werden wir auch seine Gefahren bändigen lernen.
Aber die wichtigste Motivation für STRING ist die Freude, eine große, eine riesige Party anschließend an das Weltereignis zu organisieren, mit der wir die Entstehung einer freien und lebendigen Gemeinschaft der Menschheit feiern können.

STRING ist mein Projekt. Indem ich es verwirkliche, will ich nicht zuletzt meine persönliche politische Unabhängigkeit etablieren! Aber ich appelliere auch an dich (you), STRING in deinem (your) eigenen Interesse auf die Sprünge zu helfen - motiviert durch die Erkenntnis, daß das öffentliche Interesse unserer gegenwärtigen Weltgesellschaft von den existierenden politischen oder ökonomischen Eliten nicht mehr bewältigt wird. Wir benötigen einen fundamentalen und umfassenden Schritt der Emanzipation, um eine neue geeignete Form der Verantwortlichkeit für das Gemeinsame der Menschheit zu schaffen, die auf der Selbstbestimmung des Individuums basiert!
Du (You) kannst diesen Schritt auf zweierlei Weise tun: Zuerst kannst du (you) dich selbst (yourself) ermutigen, die Position der politischen Unabhängigkeit zu übernehmen. (Diese konkrete "Dekollektivierung" soll Schritt für Schritt während einer Übergangsperiode geschehen, durchgeführt von den einzelnen Personen überall auf der Welt.) Und zweitens kannst du (you) zu STRING beitragen, indem du (you) mir hilfst, Werbung für das Weltereignis und das Weltfest zu machen und es zu organisieren. STRING soll das strahlende Symbole eines neuen Zeitalters des Individuums und der Menschheit sein.





Nationalismus und Republikanismus

Das Projekt STRING zielt auf die Einführung zweier neuer, miteinander verbundener Institutionen: Die Institution der politischen Souveränität der individuellen Person und ein politisches Weltereignis als Entstehung und institutionelle Verkörperung der Gemeinschaft aller Menschen. Indem es die Institution der individuellen Souveränität inauguriert, ist dieses Weltereignis die verfassungsgebenden Versammlung der Weltgesellschaft. Das klingt zunächst etwas ungewöhnlich, ist aber der perfekte Ausdruck unseres Zeitalters. Zuletzt, endlich, wird die Globalisierung konstitutionell und politisch
Ein solcher Akt hebt nicht die bestehenden nationalen Verfassungen auf, sondern verpflichtet die Nationen auf den Grundwert der individuellen Selbstbestimmung als der Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Die erstaunliche Tatsache, dass STRING sich als konstitutionelles globales politisches Projekt mit einem Eigennamen präsentiert, ist das Resultat seines individuellen Beginns. Diese Art Beginn ist in diesem Fall wesentlich. Eine Welt, die von und für individuelle Personen gemacht ist, kann nur individuell beginnen, was auch bedeutet, mit einem Eigennamen anstatt mit einem rationalen Begriff (z.B. "Nation"). Andernfalls würden ein solches politisches Projekt und seine Resultate erneut das Produkt einer kollektiven Elite sein, welche die einzelnen individuellen Personen als solche dominiert.
STRING macht Ihnen keine Vorschriften, sondern lädt Sie ein, die/Ihre individuelle Welt zu schaffen, welche dauerhaft ist, weil jede Person in der Lage sein wird, zur gleichen Zeit die individuelle Verantwortlichkeit für sich selbst und für die ganze Welt zu übernehmen. Das ist es, was die modernen Welt von uns, den individuellen Personen erwartet. Das ist es, was wir erschaffen müssen! Sie können Ihren eigenen Namen für dieses Projekt, das ihres werden soll, finden, wenn Sie wollen.

Dieses Projekt ist der Neustart der modernen politischen Disposition aus Nationalismus, Demokratie und Republikanismus sowohl auf einem globalen als auch auf einem individuellen Niveau. Es ist direkt aus der Verantwortung für die deutsche Geschichte erwachsen, welche sich immer noch unter einer Art seelischer Starre durch die sich gegen jede Vorstellung sträubende Monstrosität der Shoah und durch die Person von Adolf Hitlers befindet, dessen extreme Machtkonzentration zur Zeit des III. Reiches auch darauf gründete, dass allzuviele Deutsche ihm ihren gesamten Idealismus gewidmet haben - und ihn nach dem Krieg nicht mehr wiedergefunden haben.
Deutschland steht aber auch für eine große kulturelle und philosophische Tradition im Rahmen Europas.
Für die politisch-moralische Katastrophe des III. Reichs Verantwortung zu übernehmen erfordert etwas, das über die Qualitäten arbeitsam, ehrenhaft und 'bundesrepublikanisch' hinausgeht. Nur wenn die deutsche Kultur konstruktive und adäquate Antworten auf das Desaster ihrer Geschichte findet, die so vielen Menschen unvorstellbares Leid und/oder den Tod gebracht haben, kann sie ihre nationale Souveränität in einem hohen, ideellen, in einem symbolischen Sinn erwerben!

Betrachten Sie STRING als den späten, originalen Beitrag meiner geläuterten deutschen nationalen Kultur zum Set der modernen Institutionen, welche die Menschheit in eine positive politische Zukunft bringen sollen. Der gemeinschaftstiftende Geist des Nationalismus in seiner emanzipatorischen Urform aus dem 16. Jahrhundert als der Wiedergeburt des alttestamenarischen Mythos des Auszugs der Juden aus Ägypten soll durch STRING auf die Menschheit ausgedehnt werden, indem die nationalen Rechtsstaaten der Welt und ihre Bürger auf die Universalität individueller und kollektiver Selbstbestimmung (Emanzipation) und friedlicher Koexistenz von Menschen und Staaten in den Zeiten der Atombombe verpflichtet werden.
In der heutigen Weltlage benötigen wir dafür beides: Den sachgemäßen Gebrauch militärischer Macht im Übergang zur konstitutionellen polizeilichen Gewalt und die zivilisatorischen Fortschritte auf der Ebene der einzelnen Person.
Wollen Sie ein Schlagwort, dann nennen Sie STRING "konstitutionelle Anarchie", oder besser "konstitutionelle Monarchie", da die Basis einer überlebensfähigen Menschheit, die ihr waffentechnologisches know-how nicht mehr untereinander austobt, die friedliche Selbst-Beherrschung der einzelnen Menschen sein wird - als Voraussetzung für friedensfähige, weil entmachtete Kollektive. Diese individuelle Selbst-Beherrschung ist schon jetzt der modus vivendi der großen Mehrheit der Leute und sie wird ein heiliges Gut sein, wenn ihre politische Bedeutung für die menschliche Zukunft voll erkannt worden ist - eine Bedeutung, die jene des Militärs bei weitem übersteigt.

Jeder Text, den sie auf diesen Web-Seiten finden, ist die Variation desselben Themas, dessen Schwierigkeit nicht der eines mathematischen Problems gleicht, sondern im Aktualitätsanspruch einer neuen Kombination aus Elementen theoretischer Konzepte, geschichtlicher Vorbilder und politischen Handelns liegt.