Wolfgang Behr

Wolfgang Behr - The "Anti-*itler"

* = H (Why this? Because Hitler dominated my life and I looked for some distance.)

Founder and Teacher of


   Wolfgang Behr




*itler and STRING?

STRING is a forward-looking world-political programm, which is aimed at establishing a new kind of a modern constitutional world-order. Its basis should be the change of paradigm of the human social coexistence from the collective to the individual - a step, which still seems to be inconceivable on a global scale, though in some parts of the world - in the liberal democracies - it is nearly a matter of course.

STRING wants to be a contemporary, innovative form of the european history, which evolved from jewish (christian, islamic) and greek-roman roots and meanwhile has found its way around the world. This tradition should now come back to itself in order to be an example, which is only effective by its existence instead of any sort of missionary actions towards the rest of world.

Not at least by this character and by its origins STRING is in sharp conflict with the programm of A. *itler, who wanted to force a world-order, which only was based on the law of the jungle. *itler's endeavor to wipe out the whole jewish people could be seen in direct connection with this atavism, because it has been Judaism, who gave the world the perhaps most effective cultural counterpart to the law of force ("You shall not murder!").

It seems to be quite unusual or even strange to introduce a person in combination with the name of A. *itler, even if it is provided with the addition "Anti-" and with quotation marks. A german post-war biography (*1957) may give the reasons and the understanding for the announcement - a biography, which is characterized by the responsibility for the darkest side of german history and by an intensive, controversial dispute with the ancestors and their ideological links to the "III. Reich".

But, at first it was the contingency, the coincidence, which made it happen that W. Behr as a little child was charged by his anchestors with the messianic hopes, which originally had been directed to A. *itler. In the preservation of the absolut contingency of this destiny, to be born just here, within these familiar and historical circumstances, and in the same time in getting over the connection to the extreme, "blackest" pecularity of the historical person A. *itler, who wanted to dominate the whole world from his "world capital Germania" by means of his german peoples, reeducated into a murderous weapon, - a personal life should come into existence, which gains by its utmost and in the same time collectively at most charged isolation that extent of universality, which makes possible at all humankinds community and by this real globality.

This kind of special biographical and ideological relationship of Wolfgang Behr is presented in these two texts:
"Wie Auschwitz parieren? - Biographische und geistige Gründe für STRING (here above)" (1999-2007)

"Am Anfang war die Großmutter - Die Entstehung und Erschaffung des Projekts STRING" (2004)

To take responsibility and to parry what had been done during II. World War by many Germans means to initiate actions of a similar historical dimension in the opposite direction as the Holocaust and the war had been. These actions has to lead in the opposite direction towards a community of mankind - basing not on force but on freedom and recognition. To go in this direction is the general responsibility of all human beings - f.e. in regarding modern weapon technologies. But it is as well a specific german responsibility, which Wolfgang Behr feels as heir of his nations history.

Wolfgang Behr is political philosopher.

(1997-2010)

For more information please have a look at:


adSTRING.org - World Politics for Individuals



*itler und STRING?

STRING ist ein zukunftsweisendes weltpolitisches Programm, welches das Ziel hat, eine moderne politische Globalordnung neuen Zuschnitts zu etablieren und zwar auf der Grundlage eines Paradigmenwechsels der menschlichen Gesellschaftlichkeit von der Kollektivität hin zur Individualität - ein Schritt, der als globaler und allgemeiner immer noch unglaublich erscheint, obwohl er in manchen Teilen der Welt - in den liberalen Demokratien - beinahe selbstverständlich ist.

STRING will eine zeitgemäße, innovative Gestalt der vor allem aus jüdischen (christlichen, islamischen) und griechisch-römischen Wurzeln hervorgegangenen Geschichte Europas sein, die mittlerweile auf die ganze Welt ausgegriffen hat. Jetzt soll diese Tradition wieder zu sich selbst zurückkehren, um nur durch ihre Existenz ein wirksames Beispiel zu geben anstatt durch aller Art von Missionierungen der restlichen Welt.

Nicht zuletzt wegen diesem Charakter und wegen seiner Ursprünge steht STRING in diametralen Gegensatz zu dem Programm von A. *itler, der eine allein auf dem vorzivilisatorischen Recht des Stärkeren beruhende Weltordnung erzwingen wollte.
*itlers Bemühungen, das jüdische Volk auszurotten, können in direktem Zusammenhang mit diesem Atavismus gesehen werden, da das Judentum der Welt das vielleicht folgenreichste kulturelle Gegenprogramm zum Recht der Gewalt geschenkt hat ("Du sollst nicht morden!").

Es scheint sehr ungewöhnlich oder sogar befremdlich zu sein, eine Person in Kombination mit dem Namen von A. *itler einzuführen, selbst wenn er mit dem Zusatz "Anti-" und mit Anführungszeichen versehen ist. Eine deutsche Nachkriegsbiographie (*1957), die durch die Verantwortung für die dunkelste Seite der deutschen Geschichte und durch eine intensive, kontroverse Auseinandersetzung mit den Vorfahren und ihren ideologischen Bindungen an das "III. Reich" charakterisiert ist, mag die Gründe für die Annoncierung verständlich machen.

Zuerst aber war es die Kontingenz, der Zufall, der es geschehen ließ, dass W. Behr als kleines Kind von seinen Vorfahren mit den messianischen Hoffnungen befrachtet wurde, die ursprünglich auf A. *itler gerichtet waren. In der Bewahrung der absoluten Kontingenz dieses Schicksals, gerade hier, in diese familiären und diese geschichtlichen Umstände hineingeboren worden zu sein, und zur gleichen Zeit in der Verwindung einer Verbindung mit der äussersten, "schwärzesten" Spezifität der geschichtlichen Person A. *itler, der mittels seines zur mörderischen Waffe umerzogenen deutschen Volkes von seiner "Welthauptstadt Germania" aus die ganze Welt beherrschen wollte, - soll ein persönlicher Lebensweg entstehen, der durch seine extreme und zugleich kollektiv maximal aufgeladene Vereinzeltheit jenes Maß an Universalität gewinnt, die eine Gemeinschaft der Menschheit und damit echte Globalität überhaupt erst möglich macht.

Diese Art besonderer biographischer und ideologischer Beziehung von Wolfgang Behr wird in diesen beiden Texten dargelegt:
"Wie Auschwitz parieren? - Biographische und geistige Gründe für STRING (hier unten)" (1999-2007)

"Am Anfang war die Großmutter - Die Entstehung und Erschaffung des Projekts STRING" (2004)

Die Verantwortung zu übernehmen und das zu parieren, was während des II. Weltkriegs von vielen Deutschen getan worden ist, bedeutet Handlungen von ähnlicher historischen Dimension in entgegengesetzte Richtung zu initiieren, wie es der Holokaust (die Shoah) und der Krieg gewesen sind. Diese Handlungen müssen in die entgegengesetzte Richtung führen hin zu einer Gemeinschaft der Menschheit, die nicht auf Gewalt, sondern auf Freiheit und Anerkennung beruht. In diese Richtung zu gehen ist die allgemeine Verantwortung aller Menschen - z.B. in Anbetracht der modernen Waffentechnologien. Aber es ist genauso eine spezielle deutsche Verantwortlichkeit, die Wolfgang Behr als Erbe der Geschichte seiner Nation verspürt.

Wolfgang Behr ist politischer Philosoph.

(1997-2010)

Weitergehende Informationen finden Sie bei:

adSTRING.org - World Politics for Individuals


Who (the ... ) is Wolfgang Behr


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Wie Auschwitz parieren?

Biographische und geistige Gründe für STRING


(1999-2007)


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VORWORT

Ein weiteres Mal geht es um eine der Grundbewegungen geistig-menschlicher Aufklärung: Verwechsle den Boten mit der Botschaft nicht!

Die Botschaft lautet: Die geistigen Fähigkeiten, die sich in der modernen Zivilisation bisher konkret verwirklicht haben, können von uns Menschen nur in dauerhaft in unser Leben eingebunden werden, wenn spätestens in zwei, drei Generationen jede(!) Person ein dieser Zivilisation entsprechendes persönlich-geistiges Niveau erwirbt. Es geht dabei nicht um Wissen oder um den IQ. Es geht um die gelungene Inkarnation des Geistes. Es geht um den Geist oder die Sprache als das bestimmende Schicksal des Menschen, dem jeder Mensch auf seine persönliche Art und Weise gerecht wird. Sollte das nicht gelingen, wird die Gefahr immer größer, dass die rational-technokratische Seite der modernen Zivilisation, d.h. die Dominanz des Machbarkeitsimperativs diese insgesamt zum Kollaps bringt.

Jeder Mensch, der sich positiv zu seinem eigenen Geistes gestellt hat, wird zu seinem eigenen Messias. (Vergessen Sie die geschichtlich-religiöse Bedeutung dieses Ausdrucks.) Eine so geartete kulturelle Revolution überwindet das Primat des Materialismus in konstruktiver Weise, während die technowissenschaftliche Zivilisation den Materialismus nur negativ in Frage stellt, indem sie die biologisch-materiellen Lebensgrundlagen der ganzen Menschheit zu vernichten droht. Alleine das bisher produzierte Plutonium würde genügen, um alle Menschen zu töten.

Eine messianische Revolution lässt sich nicht mehr elitär für andere erledigen. "Jeder soll der eigene Messias sein" ist der einzige angemessene Imperativ für das geforderte Niveau persönlich-menschlicher Geistigkeit, weil er den unhintergehbaren Anspruch dieser Epoche an jeden einzelnen Menschen zum Ausdruck bringt.

Der messianische Anspruch ist universell und partikular zu gleicher Zeit. Die Differenz zwischen göttlich und menschlich entschwindet, was keinerlei Überheblichkeit oder Blasphemie ist, sondern die gänzlich unprätentiöse Notwendigkeit dieser Epoche. Da es um keinerlei Leistung geht, sondern nur um das Fakt der Geistigkeit an sich, wird niemand von diesem Anspruch überfordert.

Eins ist ganz sicher, gegenüber der im Entstehen begriffenen Menschheit als Gemeinschaft ist jeder Mensch als Individuum seelisch primär auf sich gestellt, weil diese Gemeinschaft der Menschheit die natürliche, auf Verwandtschaft beruhende Gemeinschaft absolut und endgültig überschreitet. Die Gemeinschaft der Menschheit muss zuerst über den Geist und über die Sprache gewonnen werden, bevor sie eine seelische Realität werden kann. Der Geist aber, wenn er der eigene ist, vereinzelt den Menschen.
Deshalb kann es keine Messias-Gestalt in einem ernstzunehmenden traditionellen Sinne mehr geben, der diese Einsamkeit aufzuheben vorgibt, mag er sich als König oder als Politiker, als Führer oder als religiöser Erneuerer, als Guru oder als Chef oder als sonst wer inszenieren!

Deshalb ist der, der dies verkündet, nicht der Messias! Im Gegenteil, er hebt die Bedeutung des Messias auf, indem er das Messias-Sein an jeden einzelnen Menschen verweist.
Sie denken, wozu soll das nötig sein. Wer ist denn so dumm und wartet heute noch auf den Messias. Der Messias war ursprünglich die Apotheose und die Verjenseitigung des jüdischen Herrschers und König. Da die Juden als selbstbewußtes aber militärisch schwaches Volk immer wieder von ihren Herrschern enttäuscht wurden, begannen sie, auf eine "göttlichen" Herrscher zu hoffen, der mit seinem übermenschlichen Kräften ihre Feinde besiegen würde.
Heute noch macht es Sinn, diesen Begriff für alle mythischen irrationalen Projektionen zu benutzen, die die Menschen auf Stars, Gurus, Regierungschefs, Konzernlenker, Mafiabosse, Feldherrn, Kardinäle, ... richten. Die Realität des Messias ist demnach nicht unbedingt in einer Figur zu sehen, die diesen Titel direkt übernimmt oder übergestülpt bekommt. Die Realität dieses Begriffs liegt vielmehr in jeglichem Glauben an besondere Kräfte von Führungspersönlichkeiten. Und wer könnte behaupten, dass die heutige angeblich moderne Welt nicht noch in höchstem Maße von diesen archaischen oder sogar prähumanen Sozialmustern beherrscht werden?
Daher ist es fragwürdig, wenn behauptet wird, wir lebten in einer modernen Welt. Das mag für Produkte und für rationalisierte Verfahren jeglicher Sorte gelten. Für unser Mensch-Sein und unsere Gruppenexistenz gilt es noch lange nicht. Schließlich haben die Römer den Republikanismus und die Gewaltenteilung, auf die wir uns als Demokraten so viel einbilden, schon vor 2500 Jahren entwickelt. Und die antiken Griechen kannten schon postreligiöse Kunst und große Künstler-Stars. Der eigentliche Schritt zu einer Politik der Moderne steht immer noch aus, trotz der Ergänzung des Republikanismus durch eine "Dritten Gewalt" (Montesquieu), trotz "Bill of Rights", "HabeasCorpus-Akte" und Revolutionen.
Dass in einer Politik der Moderne das Individuum eine noch entscheidendere Rolle spielen soll und muss, liegt im allgemeinen Menschenbild der Moderne begründet, durch das wir uns tatsächlich von der Antike, vom Mittelalter und von jeder totalitären Stammeskultur oder -struktur unterscheiden.
Der Akt der Austreibung des Messias oder besser seine Transformation in einen Auto-Messianismus des Individuums ist nach wie vor ein Desiderat in der Zukunft. Damit soll das allgemeine Menschenbild, also letztlich die Behauptung der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen (Genesis), politisiert werden. Diesem Ziel ist das STRING-Projekt gewidmet.



I. Wie Auschwitz parieren?

Das große Ziel von Wolfgang Behr ist eine nach vorne orientierte, aktive Übernahme der schwierigen, ja fatalen Last und Verantwortung, aber auch der großen geschichtlichen Dynamik, die er als Deutscher (Jhrg. 1957) von den Generationen seiner Eltern und Großeltern aufgegeben bekommen hat, d.h. von deren direkter oder indirekter Teilnahme an der sowohl revolutionären als auch einzigartig reaktionären und sinnentleert verbrecherischen Politik *itlers und des Nationalsozialismus.

Um dieser Aufgabe Herr zu werden, muss er in einem äußerst schwierigen (neurotischen), bis an den Rand des seelischen und körperlichen Absturzes führenden Entwicklungsprozess den dynamischen, verändern wollenden Impetus der *itlerschen Politik von den entsetzlichen, immer noch unfasslichen und nie mehr aus der Welt zu schaffenden Taten vieler Deutscher ablösen, die *itler initiert hat und für die stellvertretend der Name Auschwitz stehen mag.

Dieser Impetus wurde Wolfgang Behr vor allem von seiner Großmutter (geb.1901, gest.1994), deren *itler bejahende Haltung über die nationale Katastrophe von 1945 hinweg ungebrochen blieb, schon in frühester Kindheit (in jedem Fall vor dem achten Lebensjahr) weniger als konkrete Ideologie, denn als Duktus - als ein alle überkommene Autorität missachtendes Dominanzverhalten vorgeführt und eingeprägt. Darüberhinaus war Wolfgang Behr einer Projektion derjenigen messianischen Erwartungen ausgesetzt, die *itler bei seiner Großmutter wie bei so vielen anderen Deutschen geweckt hatte. (Es geht also nicht um die Person Adolf H., sondern um das Bild, das er bei bestimmten Menschen erzeugte. Daher steht die Titulierung "Anti-*itler", die Wolfgang Behr für sich gewählt hat, auch in Anführungszeichen! Zu ergänzen ist, dass seine Großmutter noch zur Zeit Kaiser Franz Josefs in Eger in die Grundschule ging.)
Wolfgang Behr sollte die Hoffnungen auf Grösse und Bedeutung erfüllen, welche für diejenigen, die den faktischen Irrsinn der *itlerschen Mytho-Politik zuvor nicht wahrhaben wollten, erst 1945 jäh zerbrochen sind.
Vertieft wurde diese Prägung durch seinen Vater (Jhrg. 1925), der ihm nach dem Krieg zwar nicht mehr: 'Du bist nichts, dein Volk ist alles!' anheimstellen konnte, der ihm aber durch Vermittlung eines gnadenlosen Rationalismus nach dem Motto: 'Nur Objektivität zählt. Subjektivität, insbesondere die Subjektivität weiblicher Gefühle, hat nicht die geringste Relevanz.' quasi dieselbe Entpersönlichung aufzwang. Zudem konnte sein Vater sich selbst über Jahrzehnte nicht wirklich aus dem Bannkreis oder besser aus der Bunkermentalität der *itlerschen Weltanschauung und seiner politischen Aussagen befreien. Zu sehr hatte *itler den Idealismus der deutschen Jugend auf sich gebündelt und die Ängste der Menschen missbraucht.

Im Alter von 22 traten diese *itler-Projektion und die damit verbundene Prägung im Rahmen einer schweren Persönlichkeitskrise als messianische Berufung und als Usurpation in Folge seelischen Missbrauchs erstmals unabweislich in Wolfgang Behrs Bewußtsein.

Er hat sich noch einige Jahr gegen diese Überwältigung zu wehren versucht, bis ihm klar wurde, dass er nur die Chance hatte, diese zutiefst fremdbestimmende Beeinflussung zu seiner eigenen Sache zu machen und in etwas umzuformen, das seinen eigenen menschlichen Maßstäben und seiner Lebenszeit entspricht, wenn er je zu seinem eigenen Leben finden wollte. Die Vorgaben zur Grundausrichtung von Gesellschaft und Politik, die ihm einerseits Familie, andererseits die deutsche Nachkriegsgesellschaft auftrugen, waren diametral entgegengesetzt. Auf der einen Seite war es die liberale demokratische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Nachkriegsära, die ein Kind des Rationalismus ist. Zum anderen war es der unteilbare mythisch-metaphysische Gesellschaftskörper der vormodernen (und dann reaktionären) Politik, der strikt hierarchisch organisiert und an ein festes Territorium gebunden war und der in einem Herrscher seinen letztgültigen Ausdruck fand - die Welt, die seine Großmutter verkörperte. Wegen der Unvereinbarkeit der beiden für ihn verpflichtenden Konzepte wurde Wolfgang Behr gezwungen, eine grundstürzende politisch-kulturelle "Epigenese" (= Weiterentwicklung durch Neubildung, genauer "Nachentstehung" oder "Nacherzeugung") zu vollziehen, um überhaupt einen eigenen Weg zu finden.

Insbesondere ist die gewaltige visionär-politische Kraft des "Dritten Reiches", die viel von der jüdischen Geschichtsdynamik mit sich trug (Das "tausendjährige Reich" als konkrete Erlösung!!), bei *itler sowie bei vielen Deutschen mit unsäglichen verbrecherischen, menschenverachtenden und antisemitisch-reaktionären Antrieben und Taten verunstaltet, ja bewußt und ausdrücklich in das Gegenteil der jüdischen Überlieferung verkehrt worden (Du sollst nicht töten, nicht morden!). Diese Geschichtsdynamik kann im Zusammenhang der Nachkriegswelt offensichtlich nur in inhaltlich absoluter, kontradiktorischer Differenz zum Nationalsozialismus nocheinmal wirksam werden.

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In diesem Sinne und auf Grund seiner unmittelbaren Verantwortung gegenüber der deutschen Nation und gegenüber der Welt unterbreitet Wolfgang Behr seinen Zeitgenossen das Angebot, in Ausnutzung der ihm im individuellen Rahmen zur Verfügung stehenden geschichtlichen Kraft eine globale politische Verfassungsordnung von radikal innovativer Art zu etablieren. Ihr Ziel ist es, die friedliche, individuelle Selbstbestimmung aller einzelnen Menschen an die absolut erste Stelle der gesellschaftlichen Werteskala zu setzen.

Nicht die anderen zu beherrschen, sondern sich selbst nur von sich selbst und von niemand sonst beherrschen zu lassen, ist deren zentrale Maxime! Diesen individuellen Freiraum - im Rahmen von durch moderne demokratische Institutionen bestimmten Gesellschaften - mit Inhalt zu füllen und allgemein durchzusetzen, nur dafür soll die so ungeheuerlich zwiespältige Dynamik des "Dritten Reiches" nützen - eine Dynamik, die eben auch als eine selbstzerstörerische Überbeschleunigung der reaktionären Politikdisposition verstanden werden kann und die damit so etwas wie eine Preisgabe der alteuropäischen (vormodernen) Ordnung an die Moderne war.
Insofern der Nationalsozialismus für die Realisierung eines reaktionären Atavismus steht, dessen Ausmaß man nicht mehr für möglich gehalten hat, stellt Wolfgang Behrs pragmatisch-ziviler Individualismus und gesellschaftspolitischer Anarchismus dessen genaues Gegenteil dar.

Für die (Er-)Schaffung einer das Individuum ins Zentrum stellenden politischen Grundlage gibt es in einer trotz rechtsstaatlichen, demokratischen Fortschritten immer noch in hohem Maße oligarchisch und zugleich kollektiv-partikularistisch verfassten Weltzivilisation einen substantiellen Bedarf. Denn selbst die sog. westliche Welt hat bis heute noch kein wirksames Mittel zur Hegung all der undurchsichtigen Machtagglomerationen gefunden, die gerade im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft im Zuge der Globalisierung immer wieder Platz greifen.
Eine solche politische Grundlage kann aus logischen Gründen nur von dem Individuum, und das bedeutet auch, in ihrem realgeschichtlichen Beginn von einem konkreten (geschichtlichen) Individuum ausgehen.
Eine solche Person muss sowohl eine geschichtliche Größe annehmen, die es ihr ermöglicht, als weltgeschichtlicher Protagonist eine derartige Ordnung zu entwerfen, zu initiieren und als erster zu vertreten. Diese Person muss aber auch das Maß dieser Ordnung selbst darstellen, d.h. den durchschnittlichen , "normalen" Menschen, wenn auch als politisch emanzipiertes Individuum. Denn auf Dauer können nur all die einzelnen Menschen auf der Erde Protagonisten und Träger dieser neuen globalen Grundordnung sein, welche der Zivilgesellschaft zu ihrem endgültigen Durchbruch verhelfen soll!

Die Verwirklichung dieser Aufgabe erscheint so gewaltig, dass man sie sich nicht freiwillig aussuchen würde, sondern in sie hineingeraten muss. Gerade dies ist Wolfgang Behr aber geschehen, der weit davon entfernt ist, ein Machtpolitiker traditionellen Zuschnitts zu sein, und der dennoch einer politischen Berufung allererster Ordnung gerecht werden muss und will.

Durch das Gelingen von STRING sollen die unerträglichen Schreckenstaten *itlers und der vielen beteiligten Deutschen nicht bewältigt werden - das ist wohl nicht möglich -, aber es soll ihnen wenigstens ein deutliches Gegengewicht beigestellt werden! Dass das angesichts der weltgeschichtlichen Dimension des unsäglichen "Wirkens" *itlers nur unter Einbezug der Menschheit denkbar ist, erscheint plausibel. Anders gesagt, die schrecklichen Untaten, vor allem das industrielle Töten von Millionen unschuldiger, vor allem jüdischer Menschen, die im "Dritten Reich" begangen worden sind, sollen durch einen Erfolg der Weltpolitik von STRING zumindest pariert werden, so er gelingt.
Zugleich ist das große Ziel von STRING, zukünftig alles kollektive Morden und Töten in KZs und Gulags, als Krieg oder Genozid etc., das auch aktuell heute immer noch geschieht, aus dem Zusammenleben der Menschen zu verbannen. Denn "vor unserem Gedächtnis stehen die Opfer von Auschwitz stellvertretend für alle Opfer der Geschichte" (Paul Ricoeur).
Wenn es jemals eine Chance, aber auch die unhintergehbare Verpflichtung dazu gab, dann heute, in der Welt "nach Auschwitz"! Denn dort sollte mit den sie verkörpernden Menschen ja genau jene Kultur ausgelöscht werden, die wesentlich und zuallererst schon vor fast dreitausend Jahren für die Vision einer gewalt- und armutsfreie Welt stand, die Kultur der Juden!

Ein Erfolg von STRING kann nur jenseits aller Gewaltmethoden traditioneller Machtpolitik auf der allgemeinen Richtigkeit und zukunftsweisenden Aktualität - wenn man will, auf der geistigen Macht - dieser neuen Art Weltpolitik beruhen, die die vormodernen Formen metaphysischer Kollektivität ("Gott mit Frankreich") genauso kreativ (in ein Weltgemeinschaftsereignis) verwandelnd aufnimmt, wie sie der Bildung emanzipierter Individuen als der entscheidenden Grundlage der modernen politischen Disposition endgültig die zentrale Rolle des zukünftigen menschlichen Zusammenlebens sowie bei der Entwicklung der modernen Weltzivilisation zuweist.


II. Ohne Messianismus ist alles nichts!

Die Philosophie - oder vielmehr die Erkenntnis von der hervorragenden Bedeutung der Rolle des Philosophen für diese Epoche ist die unverzichtbare Stütze Wolfgang Behrs gewesen, um den langen und auch einsamen Weg zu der grundlegenden politischen Revolution von STRING zu bestehen, zu dem er im Zuge der Aufarbeitung der messianischen *itler-Projektion seiner Großmutter verurteillt war.
Wenn es eines Beweises bedürfte, dass das Abendland zu allererst auf griechischen, römischen und hebräischen Fundamenten gebaut ist, die immense Bedeutung, die das Christentum für die europäische Geschichte (und auch für die kolonisierende Vereinheitlichung der Welt) gehabt hat, liesse jede Gegenthese lächerlich erscheinen. Der Individualismus (als Basis des von STRING anvisierten Paradigmenwechsels) hat demnach zwei Ausgangspunkte, einmal die Philosophie, insbesondere aber den Griechen Sokrates und zum anderen den ausserweltlichen, aber machtvollen Gott Abrahams, d.h. des Judentums, den man nicht sehen kann, vor dem man als Volk oder als Person alleine steht und der in der Ich-Form, sozusagen als Spiegel und Maßstab der eigenen (auf der Sprache beruhenden) Individualität, zu einem spricht. Beide, Sokrates und das Judentum, das als kulturelles Kollektiv für diesen geistig-ethischen "Individualismus" steht, wurden als atopisch, als ortlos gebrandmarkt (und von den "Ortsgebundenen" entspechend barbarisch behandelt) - eine Eigenschaft, die auf eine Priorität des Geistigen vor dem Körperlichen innerhalb des menschlichen Daseins hinweist. Spätetens heute, wo die Auswirkungen von Wissenschaft und Technologie zeigen, dass die Priorität des Geistigen das Schicksal des Menschen ist, beginnen wir alle, atopisch oder global zu werden.

Man kann *itler mit Fug und Recht als Anti-Messias bezeichnen, denn er wollte das "Ende der Zeiten" weltweit unter seiner Führung auf der Basis definitiv antijüdischer und antirationaler Werte erkämpfen, bzw. mittels Verdrängung und Ermordung der Hauptvertreter dieser Werte. (Bei seinem "Endsieg" hätte auch der Papst "dran glauben müssen".) *itlers Gefährlichkeit resultierte aus der Fähigkeit, eine Verbindung der Modernität des Verfahrens (in der Publizistik und Massenbeeinflussung, in der Durchführung des Massenmordes), des Anspruchs auf (rassischer) Auserwähltheit und eschatologischer Erfüllung, einer manichäischen Weltanschauung sowie eines archaisch-grausamen Politikverständnisses herzustellen. (Wohingegen der Bezug auf *itlers Verbrechertum oder auf seine Psychopathologie sicherlich zu kurz greift, denn mit solchen Eigenschaften befand er sich bei weitem nicht alleine.)

*itler als Anti-Messias, daraus wäre zu schließen, dass Wolfgang Behr als "Anti-*itler" der "Messias" ist. Aber abgesehen davon, dass es hier um einen politischen und nicht um einen traditionell religiösen Kontext geht, insofern das Judentum immer die konkrete politische Befreiung der Welt von Unterdrückung und Armut als unabdingbar mit dem topos "Messias" und der Rükehr nach Jerusalem verbunden hatte, kann eine solche Funktion nur noch in indirekter, modern gebrochener und d.h. nicht zuletzt in einer das Judentum als Kollektiv transzendierenden Form existieren (die nichtsdestotrotz ganz auf der jüdischen visionären Kraft beruht). Denn zum einen haben die Juden ihre staatliche Souveränität wiedererlangt, sicher das vordringlichste Ziel ihres kollektiven Hoffens auf einen Messias - wodurch also jetzt die die gesamte Menschheit betreffende jüdische Vision einer gewalt- und armutsfreien Welt, einer in Freiheit geeinten in den Vordergrund treten kann. Zum anderen kann der politische Individualismus - wie gesagt - nur auf drei, also der hebräischen, der hellenisch und der römischen Tradition beruhen. In einem besonderen Sinne steht dabei der Philosoph Sokrates im Zentrum des Individualismus, insofern er nicht den Individualismus predigte, sondern in einer nicht relativierbaren und alles umfassenden Weise ein Individuum war. Sokrates unterwirft seinen schrankenlos freien, sophistischen Geist nur der Stimme seines persönlichen "Daimonions", der ihn nur für sich persönlich über das "Wissen des Nicht-Wissens" hinausführt. Er tut dies nicht ohne den Anspruch allgemeiner Verantwortung. Denn - so seine basale Erkenntnis - ab einer bestimmten Komplexität kann eine Gesellschaft nur mehr durch die Selbstführung ihrer Mitglieder funktionieren. Die Fähigkeit dazu ist das Ziel seiner Maieutik, seiner philosophischen Lehre, die er seinen Schülern zu vermitteln suchte. Dieser epochale Paradigmenwechsel von der morlaischen Aussensteuerung zur ehtischen Innensteuerung wird aber von den Vertretern des athenischen Kollektivs (dem Areopag) mit relativ knapper Mehrheit nicht akzeptiert (oder verstanden). Diese Mehrheit hät ihn für einen Verderber der Jugend, weil er scheinbar die allgemeinen Werte in Frage stellt, und verurteilt ihn zum Tode. Obwohl er sich im Recht sieht, nimmt er das Todesurteil hin und flieht nicht. Damit affirmiert er trotz seiner geistigen Freiheit als Philosoph und seiner politischen Unabhängigkeit auch die Notwendigkeit gesellschaftlicher Ordnung. Er unterwirft sich ihr aber nicht. Immerhin bleibt er in Athen und trink freiwillig den Schierlingsbecher. Sokrates war zweifellos Freigeist und Individualist im besten, weil verantwortungsvollsten Sinne. Gerade, dass von ihm keine Worte überliefert sind, aber um so mehr geistige Kunde von ihm von unübertrefflichen Geistern wie Platon, Xenophon, Aristoteles oder Aristophanes läßt seine Person in ihrer individuellen Einzigartigkeit um so plastischer und epochaler wirksam werden.

Da nun die neuzeitliche Welt nach Renaissance und Aufkärung wesentlich auf diesem Individualismus beruht, ist auch der jüdische Messianismus nur mehr in einem individualistischen Rahmen zu realisieren. Es stellt sich darüberhinaus die Frage, ob der jüdische Messianismus nicht per se individualistisch ist und damit schon die eigentliche Transzendierung des Judentums im Judentum?! (Man denke an die jahrhundertelange Unterdrückung des Messianismus im rabbinischen Judentum.)
Und der unübertreffliche römische Pragmatismus der Machtbändigung und nüchtern-effektiven Machtausübung gibt allenfalls die sozialen Mittel an die Hand, dem modernen Individuum politisch den nötigen Freiraum zu eröffnen. Er kann aber den Individualismus nicht vom Individuum selbst her definieren und ausfüllen.

Die politisch-messianische Aufgabe von Wolfgang Behr ist vor allem als die Überwindung eines Anachronismus und eines Widerspruchs in der modernen Welt zu verstehen, die, obwohl sie auf einem allgemeinen Menschbild beruht, die gesellschaftliche Macht zu einem großen Teil immer noch in den Händen traditioneller, sich aus der sozialen Ungleichheit begründender Eliten belassen muss. (Dieser Widerspruch betrifft eben nicht die Machtbefugnis der Vertreter moderner Institutionen, die mittels ihrer - der Macht - eine genau definierte, begrenzte und kontrollierte Aufgabe oder Funktion für ihre Mitbürger zu erfüllen haben, sondern die zu groß und international unkontrollierte Abhängigkeit von ihnen).

Messianisch sind in diesem Sinne alle Menschen, wenn sie politisch freie Individuen geworden sind.
Das dadurch erzeugte gesellschaftliche Niveau soll auch die Möglichkeit ausschliessen, dass enthemmte Spiessbürger oder vor Ehrgeiz brennende Militärs immer wieder kollektiv sanktionierte Gewaltorgien vollbringen. Um dies zu erreichen, müssen den einzelnen Menschen Bildungsmöglichkeiten und die für jede Person besten spirituellen wie materiellen Daseinsformen (letztere liegen zum Teil noch in der Zukunft) zugänglich werden. Denn dadurch wird eine substantielle politische Unabhängigkeit ermöglicht, durch die jeglicher elitäre Klüngel mehr und mehr seine Schädlichkeit verliert. Diese Veränderungen der modernen Zivilisation sind faktisch schon möglich, machtpolitisch müssen sie noch durchgesetzt werden.

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Wolfgang Behr muss für seine "Politik der Geistigen Freiheit" selbst sein eigener "Messias" werden und erst dadurch, quasi als "primus inter pares", ein indirekter oder ein "Non- oder Post-Messias" der Welt bzw. der neuen Weltverfassung.

Seine allgemeine Funktion ist also gerade das Überflüssigmachen des traditionellen Herrschers (der kollektiven Macht) und des Messiasmusters - nicht, dass er selbst so einer wäre! Messianisch ist unsere Epoche und alle Menschen, die sich deren Anforderungen ergeben, nicht jedoch eine einzelne Person alleine!
Messianisch wird dasjenige persönliche Niveau sein, dem die Menschen gerecht werden müssen, wenn sie denn verhindern wollen, dass sie, bzw. die Kollektive, in denen sie leben, irgendwann das gegebene "übermenschliche" technologische Niveau in Form von heutigen und zukünftigen Waffensystemen aneinander exekutieren.
Inhaltlich gesehen heisst messianisch nicht mehr und nicht weniger als die dominante Fähigkeit, mit den anderen Menschen friedlich und frei zusammenzuleben. Es hat nichts mit Religion und viel mit geistiger Eigenständigkeit, nüchternem Mut und ziviler Stärke zu tun.


Es gibt daher nicht nur keinen Grund, anzunehmen, Wolfgang Behr sollte der einzige sein, der dieses messianische Niveau einnehmen will. Ganz im Gegenteil, die Notwendigkeit der zeitgenössischen Situation erfordern geradezu, dass immer mehr Personen eine Haltung ganzheitlich-politischer Autonomie des Individuums für sich verwirklichen, um das globale menschliche Zusammenleben zu ermöglichen. Nur scheinen die Menschen bisher nicht bereit oder nicht in der Lage, die Kategorie des Messianischen im Sinne der gelingenden Einbettung des Geistes in das menschliche Leben für sich zuzulassen und in einem allgemeinen oder globalen Sinne gesellschaftlich-praktisch wirksam werden zu lassen. Insofern braucht es offenbar eine Person, der damit beginnt.

(Zur Ergänzung: Nietzsche schrieb: "Die einzige Möglichkeit, einen Sinn für den Begriff 'Gott' aufrechtzuerhalten, wäre: Gott nicht als treibende Kraft, sondern Gott als Maximal-Zustand, als eine Epoche - ...")

Wolfgang Behr ist aus den genannten Gründen nicht direkt für die anderen Menschen zuständig! Er ist ein einzelner Mensch - zwar paradigmatisch und dadurch eine neue Tradition eröffnend, aber nicht mehr. (Man denke an "Das Leben des Brian" von Monty Python, als Brian den Leuten sagt: "Geht nach Hause, ihr braucht keinen Messias mehr". Die Star- und Führerkulte unseres Zeitalters weist darauf hin, dass dies immer noch eine relevante Information ist.)
In dem Sanhedrin genannten Abschnitt des babylonischen Talmud heisst es: "Raw Nachman sagte: Gehörte er (der Messias, W.B.) zu den Lebenden, so bin ich es, ... ". Der jüdische Philosoph Emmanuel Levinas schreibt dazu in seiner etwas moralisierenden Art: "Der Messianismus ist nichts anderes als jener Höhepunkt des Seins, den die Zentralisierung, die Konzentration oder das Wenden auf sich des ich bildet. Und das bedeutet konkret, dass jeder so handeln muss, als wäre er der Messias. Der Messianismus ist also nicht die Gewissheit der Ankunft eines Menschen, der die Geschichte anhält. Er ist meine Fähigkeit, das Leid aller zu tragen. Er ist der Augenblick, indem ich diese Fähigkeit und meine universale Verantwortung erkenne." (E. Levinas, Schwierige Freiheit, Versuch über das Judentum, Jüdischer Verlag, Frankfurt am Main 1992, S. 93 und 95) Zweifellos ist dies die größte Nähe, die tiefste Berührung, die auf der Ebene des Konzeptes zwischen Sokrates (dem Griechentum) und dem Judentum denkbar ist. Im Messianismus kommt das Judentum zum Individuum, zum Individualismus und damit zur Moderne. Denn das grosse Ziel des Judentums ist ein einzelner Mensch und unausweichlich damit der einzelne Mensch.
Es geht heute um die politisch und zugleich persönlich konkrete Realisierung dieses Zusammentreffens. Es geht um STRING, d.h. nicht zuletzt, um den Messianismus als notwendiges und hinreichendes Axiom und politisches Verfahren zur weiteren Ausentwicklung der Moderne, ja der Geschichte als eines begreifbaren Zusammenhangs überhaupt!

Man kann oder muss auch, um das hier Verhandelte zum Ausdruck und zur Realität zu bringen, ein entscheidendes Stück über die Position des jüdischen Philosophen Emil Fackenheim hinausgehen. Für ihn wird das menschliche Widerstehen einzelner Personen in den Vernichtungslagern der Shoa zur einzigen verbliebenen Basis einer neuen sowohl philosophischen, wie existentiell-menschlichen Weltorientierung, die nicht in der das Leben rational distanzierenden Hegelschen Geistphilosophie stecken bleibt. Ist das aber nicht viel zu kurz und zu traditionell philosophisch-individualistisch gedacht? Ist nicht, wenn man die Bedeutung des Judentums für die Existenz und Geschichte der Menschheit als unhintergehbar nimmt, weil sie die ersten waren, die die Vision einer gemeinsamen Geschichte und eines friedlichen Zusammenlebens der gesamten Menschheit hatten und die diese Vision an dies Menschheit weitergegeben haben (siehe "Die Renaissance der antiken jüdischen Innovation" ) - ist dann nicht der einzige mögliche Schluss aus Auschwitz, aus der Shoa, insofern sie auf die Vernichtung von Menschen jüdischer Herkunft und des Judentums insgesamt zielte, dass das Messianischen hier und jetzt bereits eine faktische Realität ist? Es kann sich nicht mehr um das Warten auf den Messias drehen. Aus dem puren faktischen Vorhandenseins der Shoa genannten Geschehnisse ergibt sich schon unabweisbar die tatsächliche Präsenz des Messianischen in der Gegenwart.
Wenn man diese These für vermessen oder für gotteslästernd oder für abwegig hält, folgt man dann nicht einem verfehlten Begriff des Messianischen, der diese Kategorie nur religiös zu deuten vermag? Judentum in der Geschichte war eine politische Existenz und genau diese wollte *itler vernichten. Alle Menschen, die heute ihr Leben im wesentlichen friedlich und in gegenseitig fruchtbarer Zusammenarbeit mit welchen anderen Menschen auch immer gestalten, sind schon im Zauberkreis des Messianischen und geben der Geistexistenz, der Gottesebenbildlichkeit des Menschen eine praktische Realität. Mehr ist nicht in diesem Titel! Wenn die Kategorie "Messias" in der Geschichte trotzdem zu allen möglichen Phantastereien übersteigert wurde, dann weil dieses heute schon fast normale zivile Koexistieren der Völker und Menschen auf der Erde all die geschichtliche Zeit hindurch ein nahezu unvorstellbares Ziel war - ein Ziel, dessen Vision die Juden in ihrer Geschichte aber nie bereit waren preiszugeben, im Gehorsam gegenüber ihrem anspruchsvollen Gott. Deshalb ist allein die faktische Tatsache, dass sie, die Juden, als ganzes vernichtet werden sollten und fast vernichtet worden wären, schon genug, um das messianische Zeitalter konkret erstehen zu lassen. Denn alle Menschen haben mit den Möglichkeiten dieses Zeitalters auch die Aufgabe des Judentums aufgegeben bekommen, die ja nicht deshalb scheitern darf, nur weil eine Horde verrückter, unvorstellbar menschenverachtender Verbrecher die Urheber der Vision einer friedlich geeinten Menschheit töten könnte.

Die Menschen, alle Menschen müssen die Vorgaben des messianischen Zeitalters nur noch mit Inhalt ausfüllen. Das ist schwer genug, aber ein Alternative haben sie nicht. Alles andere würde die Fortsetzung des Wettrüstens und irgendwann grosse globale Kriege auf dem jeweils höchsten Stand der Technik bedeuten. Vielleicht waren grosse Kriege ja auch mal 'Väter der Dinge' (Ilias, Mahabharata, Nibelungenlied etc.), jetzt sind sie wohl nur noch selbstmörderische Dummheiten und Verbrechen.



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